Naturschutzgebiet Grundloser See

Dieter Opitz, Wesenberg

Im Waldgebiet zwischen Ahrensberg und Klein Trebbow befindet sich das Naturschutzgebiet Grundloser See unweit der Landstraße Neustrelitz-Ahrensberg.
Die am 8. Januar 1975 zum Naturschutzgebiet erklärte Fläche hat eine Größe von 4,9 ha. Das Gebiet befindet sich in einer Senke (Toteismulde) inmitten von Kiefernforsten. Es besteht aus dem See und den verschiedenen Stadien der Verlandungszone mit ihren charakteristischen Pflanzengesellschaften. Die Ostseite des NSG wird am Seeufer durch einen 5-10 m breiten Bruchwald begrenzt, während sich besonders im Südwestteil und Westteil größere Torfmoos-Schwingrasenflächen befinden, die zum äußeren Rand in einen Sumpforst- Moorwald übergehen.
Infolge des rasch abfallenden Grundes ist die Vegetation des Sees recht spärlich. Die weiße Seerose (Nymphaea alba) besiedelt teilweise den ufernahen Raum- besonders an der Ost- und Südostseite. An der Nordostseite befindet sich ein kleines Vorkommen des Teichschachtelhalmes (Equisetum fluviatile). An verschiedenen Stellen haben sich Torfmoose (Sphagnum) und Wassernabel (Hydrocotyle vulagis) bis in ca. 1m Wassertiefe am Grund angesiedelt. das Wasser mit seiner zwischen meso- und dystroph liegende Güte bietet recht gute Sichtverhältnisse, so dass genügend Licht an diesen Standorten vorhanden ist. Interessant sind die Randgesellschaften des Sees. Sie leiten die Verlandung ein. An dem baumbestandenen Ufer der Ostseite treten infolge der Lichtverhältnisse nur Torfmoos, Fieberklee (Menyanthes trifoloata), Wassernabel (Hydrocotyle vulgaris), Flatterbinse (Juncus effusus) und an lichteren Stellen Sumpfblutaugen (Potentilla palustris), Straußgildweiderich (Lysimachia thyrsiflora), Breitblättriger Rohrkolben (Typha latifolia) einige Gräser auf. Die Erle (Alnus glutinosa) ist der vorherrschende Baum. Dre größere Teil des Seeufers, besonders an der Westseite, ist jedoch frei von Gehölzen. Hier ist ein ca. 2m breiter Steifen ausgeprägter, der die Wasserfläche von den Torfmoss- Schwingrasenflächen abgrenzt. Dominierende Arten sind hier:
Fieberklee (Menyanthes trifoloata), Sumpfstraußgras (Agrostis canina), Fadensgge (Carex lasiocarpa), Wassernabel (Hydrocotyle vulgaris) und Staußgilbweiderich (Lysimachia thyrsiflora). Weitere Arten sind Sumpfhaarstrang (Peucedanum palustre), Schlammsegge (Carex limosa) sowie im SW an einer Stelle wenige Exemplare des Langblättrigen Sonnentaus (Drosera anglica) und einzelne Exemplare der Blasenbinse (Scheuchzeria palustris), die auch an einer Schlenke in der Nähe vorkommt.
Charakteristisch sind die Torfmoos- Schwingrasenflächen. Während allgemein die Torfmoose de Hauptbestand bilden (Sphagnum recurvum und palustre wurden bestimmt), besiedelt im Westteil ein größerer Bestand der Schnabelsegge (Carex rostrata) einen Flächen. In diesem Bereich befindet sich auch Vorkommen des Langblättrigen Sonnentaus (Drosera anglica). Neben dem Weißen Schnabelried (Rhynchospora alba) sind weiterin Schmalblättriges Wollgras (Eriophorum angustifolium), Schlammsegge, Grausegge und Rundblättriger Sonnentau (Drosera rotundifolia) verbreitet. Unterbrochen werden die flachen Schwingrasen durch die für Hochjmoore typischen Moosblute, die sich zum Teil über 50cm herbvorheben. Hier sind als bestimmende Arten Widertonmoos (Polytrichum spec.), Sumpfporst, Moosbeere (Oxycoccus palustris), Rosmarienheide (Andromeda polifolia) und Scheidiges Wollgras (Eriophorum vagintum) zu nennen. Als Merkmal der fortschreitenden Verlandung finden sich auch hier bereits die ertsen Ansiedlungen des Pfeifengrases (Molinia caerula), der Kiefer ( Pinus silvestris) und der Moorbirke (Betula pubescens). Das Folgestadium dieser Gesellschaft ist der wiederum im Süd- und Westteil besonders ausgeprägte Briken- Kiefern- Sumpfports- Moorwald mit Massenbestand von Sumpfporst, Scheidigem Wollgras und Pfeifengras sowie Torfmoos. Weitere Arten sind Moosbeere (Oxycoccus palustris), Heidelbeere (Vaccinium myrtillus), Straußgilbweiderich sowie einige moorbewohnende Pilzarten.
Bemerkenswert ist das Vorkommen des Sprossenden Bärlappes (Lycopodium annontinum) an einer Stelle im Südosten sowie das Auftreten der Laubholzmistel (Viscum album) in den Birken an der Westseite. Der Faulbaum (Frangula alnus) ist ebenfalls anzutreffen, desgleichen weitere Gräser und Moose.
Über die Fauna des Gebites ligen gegenwärtig nur vereinzelte Beobachtungen vor. Der See gilt infolge mangelnder Nährstoffgrundlage als fischarm. Größre Vögel halten sich meist nur vorübergehend im Gebiet auf, da an der Ostseite ein Landweg das Gebiet berührt und dadurch Störungen unvermeidlich sind.
Vermeidbar dargegen sind Störungen, die durch Angler verursacht werden. Beschädigungen des Torfmoos- Biotops durch Feuerstellen, Knüppelpfade und Abfälle wie Flaschen sind die Folge. Mit der Erklärung zum Naturschutzgebiet ist das Betreten außerhalb öffentlicher Wege für Unbefugte nicht gestattet. Eine Streichung au der Liste der Angelgewässet ist berechtigt und für den Fortbestand des floristisch wertvollen Gebietes entscheidend.
Die Bedeutung des NSG besteht insbesondere in dem realitv wenig gestörten Zustand, in dem sich Pflanzengesellschaften erhalten konnten, die gegenwärtig nicht mehr häufig angetroffen werden können. Sie waren früher jedoch für unsere Landschaft charachteristisch. Infolge wirtschaftlicher Maßnahmen sind in der Vergangenheit die meisten Gebiete durch Veränderung des Wasserhaushaltes umhewandelt worden. Zur Gewinnung landwirtschaftlichr Nutzfläche macht sich das Entwässern weiterer Landschaftsteile erfordelich, so dass die Erhaltung und der Schutz geeignter Gebiete eine besondre Bedeutung erlangt.

Labus, Heft 7 alte Reihe

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